Ein Bruder schreibt: - Nordstern

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Meinungen

Hier schreiben Freimaurer, unter Berücksichtigung der Arkandisziplin, was Sie mitteilen möchten.
Erfahrungen, Meinungen, Stimmungen - alles was sie bewegt, ist hier Thema.

Texte, Bilder oder Grafiken können per Datei an den Webmaster geschickt werden und werden dann veröffentlicht.
Die Meinungen der Veröffentlichungen entsprechen denen der Autoren.  Sie gilt nicht automatisch für die Loge Nordstern oder deren Mitglieder.

Vereinswesen

Wie in allen Vereinen zu bemerken, ist das breite Interesse der Menschen nicht mehr auf regelmässiges Vereinsleben mit Terminen, Posten und Aufgaben ausgerichtet. Der Trend geht in den letzten Jahren mehr zu individueller Freizeitgestaltung. Man macht was, wenn man Lust und Zeit hat. Regelmässige Verpflichtungen sind nicht angesagt. Leere Tennisanlagen, verwaiste Sportplätze und ungenutzte Kegelanlagen sprechen eine deutliche, traurige Sprache.

Desto mehr freut es mich zu beobachten, dass dieser Trend bei den Freimaurern nicht oder nicht so stark zutrifft.

Immer mehr Interessierte melden sich bei aktiven Logen, um Informationen über unsere Arbeit zu bekommen. Hieraus resultieren entweder Menschen, die mehr über uns wissen oder neue Mitglieder, die unsere weltumspannende Bruderkette verstärken. Beides sind wichtige Ziele unserer Öffentlichkeitsarbeit.

Die Anzahl der Aufnahmeanfragen widerspricht dem, was ich im ersten Absatz über die Vereinsbewegungen beschrieben habe. Und das, obwohl die Freimaurer erwarten, dass jeder Bruder nur in Ausnahmefällen den Arbeiten fernbleibt. Das Bündnis, das er mit uns eingeht, sollte gut überlegt sein - es ist nicht vergleichbar mit der Kündbarkeit der Mitgliedschaft beim Tennisverein - eher mit dem Ehegelöbnis.

Die Motivation für eine aktive Freimaurerei könnte ich nur für mich beschreiben. Die ist sicher bei jedem unterschiedlich. Aber sie ist da und viele neuaufgenommene Brüder bestätigen das, in dem sie sich aktiv einbringen.

Vielleicht liegt der Grund für den starken Zulauf auch an der Gemeinschaft, die aus Brüdern mehrerer Generationen besteht, die Brüder mit unterschiedlichsten Lebens- und Berufserfahrungen vereint und die uns alle aus jeder Arbeit mit interessanten Denkansätzen nach Hause schickt.

Ich kann  nur jedem, der nach Sinn, Tiefe und neuen Denkansätzen sucht, raten, sich über unser Wirken zu informieren.

Winfred Piezonka


Beitrag von Günter Timm
Loge Nordstern und 2. Abg. Prov.meister PLvSH 17.07.2017


Festveranstaltung 300 Jahre Freimaurerei PLvSH in Louisenlund und in Rendsburg

Um es vorwegzunehmen: Es war eine gelungene Veranstaltung.
Die kompetente Führung durch den Freimaurerpark in Louisenlund.
Die offizielle Eröffnung im geschichtsträchtigen Ratssaal des Alten Rathauses in Rendsburg mit längeren Grußworten des Bürgermeisters der Stadt Rendsburg
und des Provinzialmeisters von Schleswig-Holstein.
Der nachdenkenswerte Vortrag über das Thema
Unser Geheimnis ist, dass wir kein Geheimnis haben.
Ernst und Falk - zwei von den fünf Gesprächen für Freimaurer von Gotthold Ephraim Lessing.
Die Matinee über Mozart und die Freimaurerei, speziell der Mythos und einige Symbole in seiner Zauberflöte, im Hohen Arsenal.
Der Musik-Gottesdienst in der St. Marienkirche.
Die professionelle musikalische Begleitung durch Brüder aus Dänemark auf ihren Blasinstrumenten.
Die Musik aus dem 18. Jahrhundert, dargeboten auf einem Dudelsack.
Die Ausstellung mit den Schautafeln über die Freimaurerei und der Vorstellung der einzelnen Logen in der Provinz Schleswig-Holstein, vorgestellt durch die Brüder der einzelnen Logen sowie der Zinnendorf-Stiftung, begleitet durch die Brüder Torsten Küster und Volker Rechlin.
Natürlich gab es zur Abrundung aller Programmteile jeweils köstliche Bewirtungseinheiten durch Bruder Ralf Neelsen, JL „St. Michael“, St. Michaelisdonn, mit seiner Mannschaft.  
Eine runde Sache.

Es war schon beeindruckend, was die Verantwortlichen und ihre vielen Helfer auf die Beine gestellt hatten. Allein die Veranstaltungsorte waren stimmig und wohlbedacht gewählt und gaben dem Fest den würdigen Rahmen.
Die Provinzialloge von Schleswig-Holstein feierte am Wochenende vom 23. - 25. Juni 2017 nicht nur 300 Jahre Freimaurerei, wohl wissend, dass der 24. Juni der Gründungstag der ersten Großloge in London war, die Freimaurerei aber schon viel länger besteht, sondern gedachte auch des Namensgebers unserer blauen Logen, nämlich Johannes des Täufers, der uns alle zur Umkehr aufgerufen hat und der Wegbereiter für unseren Obermeister war und demzufolge auch für uns Freimaurer ist. Das gesamte Programm war dem von Bruder Hans-Jürgen Polleit, JL Nordstern“, Rendsburg,  ideenreich entwickeltem und von Bruder Olaf Stemme, JL „Georg zur Dithmarscher Treue“, Heide,  künstlerisch gestaltetem Veranstaltungsflyer zu entnehmen.

Einige kurze Auszüge aus den Wortbeiträgen sollen das Niveau wiedergeben, das an diesen Tagen herrschte, und das dem Anlass dieser Festveranstaltung gerecht wurde.
 
Bruder Jörgen P. Jessen, Provinzialsekretär, brachte bei seiner Führung durch den Schlosspark von Louisenlund den Teilnehmern das Leben und Wirken des Landgrafen Carl von Hessen näher, der diesen Park nach seinen Ideen anlegen ließ. Er war ein großer Militärstratege, ein Freimaurer und Alchimist, was Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts nicht unüblich war.

Bürgermeister Pierre Gilgenast wies in seiner Ansprache auf die vielseitigen Zusammen-hänge hin, die es zwischen der Garnisonsstadt Rendsburg und den Freimaurern gab.
Den Offizieren sei es zu verdanken, dass die Freimaurerei seit mehr als 150 Jahren in Rendsburg, Schleswig und Husum etabliert ist.
Provinzialmeister Bruder Nils Dahlgaard sprach in seiner Begrüßungsrede sowohl über die Geschichte der Freimaurer, als auch über seine eigenen Erfahrungen und Empfindungen mit der Bruderschaft und der Königlichen Kunst.

Bruder Hans-Jürgen Kirbach, JL „Zur Brudertreue an der Schwale“, Neumünster, hielt den Festvortrag, und zwar über das Geheimnis der Freimaurerei, das keines ist.
Er versuchte, oft in leicht ironischer und in überspitzter Form, seine Zuhörer davon zu überzeugen, dass die Freimaurer nicht für die großen Katastrophen unserer Tage verantwortlich zu machen
sind und nicht für Verschwörungstheorien herhalten müssen, die ihnen allzu gerne unterstellt werden.
Freimaurerei wolle aber auch kein schöngeistiges Gebäude im Wolkenkuckucksheim sein, sondern müsse vor allem alltagstauglich sein, ansonsten wäre sie sinnentleert.
An anderer Stelle hob Bruder Kirbach hervor, dass sich die Freimaurerei weder als Hüterin der Wahrheit, noch als Beschützerin irgendeiner Glaubensvorstellung verstehe.
Sie halte keine Rezepte bereit, dafür aber viele nützliche Zutaten, aus denen jeder sein ganz persönliches Menü zusammenstellen kann. Freimaurerei beinhalte keine dogmatische Lehre.
Sie sei ein Angebot für jeden, der sich darauf einlassen möchte.
Ob, und in welchem Umfang er davon Gebrauch mache, das allein sei seine Entscheidung.
Die Freimaurerei könne jemanden nur aufs Pferd setzen, reiten müsse er dann allein.
Und in welche Richtung es dann gehen solle, auch das läge ganz allein beim Reiter.

Der Nachmittag galt den Gesprächen für Freimaurer von Lessing.
Es war eine Freude, den beiden Akteuren von der JL „Nordstern“, Rendsburg, den Brüdern Hans-Jürgen Polleit und Günter Timm, zuzuhören, ebenso den von Patrick Goeser auf seinem Dudelsack dargebrachten Weisen aus der Zeit.
Zwei Zitate aus den ersten beiden Gesprächen sollen in Erinnerung gerufen werden, da sie bis heute nichts von ihrer Aussagekraft verloren haben.

Die Freimaurerei ist nichts Willkürliches, nichts Entbehrliches; sondern etwas Notwendiges, das in dem Wesen des Menschen und der bürgerlichen Gesellschaft begründet ist.

Recht sehr zu wünschen, dass es in jedem Staate Männer geben möchte, welche bürgerliche Hoheit nicht blendet und bürgerliche Geringfügigkeit nicht ekelt; in deren Gesellschaft der Hohe sich gern herablässt und der Geringe sich dreist erhebet.
 
Der Vortrag von Bruder Sven Trepte, JL „St. Michael“, St. Michaelisdonn, über „Mozart und die Freimaurerei“ - speziell über Mythos und Symbole in der Zauberflöte -, war nicht nur für die anwesenden Brüder, sondern auch für die Nichteingeweihten interessant.
Für viele gab es neue Erkenntnisse über das Gute und Böse, über das Helle und Dunkle, über Licht und Schatten in dieser Oper.
Alles wohl verpackt in der genialen Musik von Mozart und dieses musikalisch „erläutert“ durch die dänischen Brüder unter der Leitung von Bruder Peter Holling.

Zum Abschluss der Gottesdienst in der Marienkirche.
Ein Erlebnis besonderer Art.
Liturgie, Predigt und Choräle, gespielt auf Blechblasinstrumenten, bildeten eine Einheit. Nach der Begrüßung durch Bruder Jörg Reglinski, JL „Zur Bruderliebe an der Nordsee“, Husum, wusste Bruder Klaus Grunwald, JL „Leuchte am Strande“, Eckernförde, seine Zuhörer mit eindrucksvollen Worten in den Bann zu ziehen.
Ihm gelang es in seiner Predigt, klar zu machen, was es bedeutet, dass Johannes der Täufer sich zum Wegbereiter erniedrigt hat.
Zum Wegbereiter seines Herrn und unseres Obermeisters.
Nicht er - so Johannes - sei das Licht, sondern der, der nach ihm komme, nämlich Jesus von Nazareth.
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Nur noch eines:
Ein dickes Lob gebührt den beiden Chef-Organisatoren Bruder Jörgen P. Jessen für die Bewälti-gung der logistischen Aufgaben und Bruder Hans-Jürgen Polleit, der zusätzlich in gewohnt souve-räner Art, zum Teil mit einem Augenzwinkern, als Moderator durch die gesamten Veranstaltungen führte.

 
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